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Kursbericht: Religion Grundkurs bei Frau Dr. Radmehr

Wir leben in einer Welt, die sich immer schneller dreht, die sich immer mehr um uns dreht, in der moralische Werte an Bedeutung zu verlieren drohen, kurz: "in einer Welt, die immer mehr den Bach runtergeht (na ja, das ist ein wenig übertrieben)." [Zitat: Frau Dr. Radmehr]

Wie gut tut es da, an einem Montagmorgen zwei besinnliche Stunden Religionsunterricht zu genießen. Ganz von selbst stellt sich bei den Teilnehmern ein transzendenter Zustand ein: Man befindet sich irgendwo in einer anderen Dimension - das Dasein im Hier und Jetzt des Unterrichts wird gedanklich souverän überwunden.

.Aber das ist natürlich nur bildlich zu verstehen - wie übrigens die gesamte Bibel auch nur als Metapher zu betrachten ist. Adam und Eva? Paradies? Wunderheilungen Jesu? Ihr glaubt doch wohl nicht etwa noch an den Weihnachtsmann? Schließlich ist es nicht nur naiv, sondern beinahe illegitim, sich Gott als "Mann mit Bart irgendwo da oben auf einer Wolke" vorzustellen. Nein, man muss das ganze auf einer abstrakteren Ebene betrachten - aber bitte konkret bleiben! Ungefähr so, wie die Schutzpatronin unseres evangelischen Religionsunterrichts, Dorothee Sölle, Gott beschreibt. Mal amorph, mal unmittelbar greifbar (im übertragenen Sinne selbstverständlich), je nachdem zu welcher Problematik Sölle sich diesmal äußert.

An dieser Stelle sei auch Jürgen Moltmann erwähnt, welcher uns ebenso wie Dorothee Sölle mit zahlreichen Texten beglückte. Nach dem Durcharbeiten folgt das obligatorische Wiedergeben des Gedankengangs. Beziehungsweise der Versuch. und darauf hin Gehirnzellen anregende Beispiele, die unseren Gedanken auf die Sprünge helfen sollen: Wenn Fritzchen jeden Sonntag in die Kirche rennt und ruft «Oh, ich bin so gläubig» , kann es dann den Rest der Woche tun und lassen, was es will - und meinetwegen sich sagen «So, heute morde ich mal ein wenig» - ist es das, was Sölle unter christlichem Handeln versteht?

"Wohl kaum!", schreckt da der gesunde Menschenverstand auf - und schon ist ein weiteres Rätsel um Dorothee Sölle entschlüsselt. So einfach ist das.

Nicht ganz so einfach wirkt dagegen das Bereitstellen Söll'scher und Moltmann'scher Textauszüge. Irgendwie scheint es Jahrzehnte her zu sein, dass zuletzt ein Exorzist im Lehrerzimmer gewaltet hat, und so kommt es, dass das Kopiergerät auf dämonische Weise alle zwei Wochen das Vervielfältigen christlicher Theologien unterbindet.

Aber das macht nichts; es ist ja nicht so als hätten wir keine anderen Texte (nämlich von der vorigen Woche zum Beispiel). Diese werden dann eigenverantwortlich besprochen ("Hat jemand den Text verstanden?" --- Schweigen --- "Gut, ich nämlich auch nicht."), während Frau Dr. Radmehr für längere Zeit verschwindet und - meistens erfolgreich - dem Kopierer Manieren beibringt. Kehrt sie zurück, haben wir natürlich "diesen einfachen Text" schon mindestens dreimal besprochen. Rischtich, genau das!

Daniel Staesche

 
 
 

Diese Seite wurde zuletzt am 01.08.2005 12:22 aktualisiert.
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