logo
 
news
actors
movies
locations
shots
community
dates
media
guests
links

Kursbericht: Politik & Wirtschaft Leistungskurs bei Frau Kreiner

Als sich im Sommer 2003 13 mehr oder weniger motivierte Schüler und ganze zwei Schülerinnen zum Leistungskurs Politik und Wirtschaft zusammenfanden, hatten wir keinerlei Vorstellungen von der Reise, die wir in den kommenden zwei Schuljahren gemeinsam machen sollten.

Schon in der ersten Stunde wurde uns schlagartig bewusst, dass diese Reise kein Zuckerschlecken werden sollte, unsere Reiseleiterin, Frau Kreiner, hohe Ansprüche und Forderungen an uns stellte und dass man in Zukunft sich in der Zeitung nicht nur den Sportteil, sondern vielleicht auch mal die Wirtschaftsseiten zu Gemüte führen sollte. Wir versprachen also gleich zu Beginn, und während der kommenden zwei Jahre einige Male erneut, dass wir uns von nun an mehr für die gedruckte Presse und, wie uns mehrere Male versicherte wurde, die täglich laufenden Nachrichtensendungen interessieren würden...

Unserer Reise begann mit der Wirtschaft. Die ersten Stationen auf dem Weg Richtung Ziel waren die verschiedenen Marktwirtschaften, sowie die Konjunkturpolitik. Ja, es dauerte zwei Jahre bis wir die Theoretiker den Konjunkturtheorien richtig zuordnen konnten, aber letztendlich haben wir es doch noch geschafft.

Nach dem ersten halben Jahr ,Kampf mit der Wirtschaft' wandelte sich die Thematik, sehr zu Freude vor allem der weiblichen Kursteilnehmer, in Richtung Politik. Es ging um die Demokratie mit ihren verschiedenen Auslegungen, um das Grundgesetz, um die Parteien und das Plebiszit (wobei letzteres wohl nicht eine kursinterne Wahl des beliebtesten Themas gewinnen würde). Zu dem zweiten Halbjahr sei gesagt, dass es für den alten Rousseau eigentlich nur eine richtige Schreibweise gibt, wobei diese von einigen Herren aus dem Kurs immer wieder mit viel Erfindungsreichtum der eigenen Ästhetik angepasst wurde.

Nach den wohlverdienten Sommerferien, in denen sich unser Kurs etwas dezimiert hatte, setzten wir unsere Reise in Richtung Europa fort. Ein Thema, das eigentlich genau den Nerv unserer Zeit treffen sollte, trotzdem kann man es nicht zu den erfolgreichsten und beliebtesten zählen. Unsere Reiseleiterein, Frau Kreiner, versuchte immer wieder unsere Begeisterung für die Europäische Union zu wecken, doch wir schalteten auf stur und wahrscheinlich weiß die Hälfte der Gruppe heute noch immer nicht, welche Institution für wie und was und überhaupt zuständig ist. Deutlich wurde dies vor allem darin, dass in den ersten beiden Stunden donnerstags (ein wirklich undankbarer Zeitpunkt) immer weniger Kursteilnehmer noch einigermaßen pünktlich kamen (wenn sie überhaupt kamen) und auch bei wirklich viel zu spätem Erscheinen keine guten Ausreden parat hatten. Diese Situation änderte sich auch nicht, als unsere nächste Reisedestination bekannt wurde. Die Entwicklungshilfe. Ein Thema, das zwar aus unerfindlichen Gründen unsere Motivation in unvorstellbare Höhen steigen ließ, es trotzdem nicht schaffte, die Pünktlichkeit an einem kalten, dunklen und nassen Donnerstagmorgen zu steigern. Wir erkannten, dass es aus dem Teufelskreis Entwicklungshilfe praktisch kein Entrinnen gibt und dass der Sudan ... nun ja wirklich... nichts hat. Trotzdem fanden wir in ihm das Land, das für alle, und zwar wirklich alle, Beispiele, die die Entwicklungshilfe betrafen, herhalten musste und immer wieder bestens geeignet war.

Den letzten Abschnitt unserer Reise, den wir zu meistern hatten um endlich unser Ziel zu erreichen, behandelte dann das Thema der Globalisierung. Ein Thema, dass vor allem die redefreudigen Reiseteilnehmer erfreute, da es ungemein viel Freiraum für Diskussionen jeglicher Art besitzt, auch über den Sudan (s. oben) und den Terrorismus (s. unten). Die Entwürfe einer Weltregierung aus unserem Kurs sollten wirklich einmal überdacht werden, vielleicht finden sich ja dort Anreize zur Lösung der Probleme von morgen...

Neben allen Theoretikern mit ihren manchmal scheinbar undurchdringbaren Theorien, die uns auf unserer Reise begegneten, vergaß Frau Kreiner nie, dass wir uns vor allem mit wirklich aktuellen Themen auseinander setzten sollten und wollten. So beschlossen wir gleich zu Beginn der langen Reise, dass wir unsere Freitagsstunde als eine aktuelle Stunde nutzen wollten, die den Freiraum gab, aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklung in aller Welt zu verstehen und zu diskutieren. Erstaunlich dabei ist, dass man(n) von (fast) jedem Thema, auf welchen Umwegen auch immer, zum Thema Terrorismus gelangen kann. Ein Thema, das aus unerklärlichen Gründen vor allem einige Herren immer wieder faszinierte. Und so geschah es nicht selten, das wir freitags unser eigentliches zu diskutierendes Gebiet verließen und wir uns in den verworrenen und ergebnislosen Diskussionen über den Terrorismus wieder fanden. Auch wenn Frau Kreiner, teils verzweifelt, teils sich fürstlich amüsierend, versuchte uns auf den rechten Pfad zurückzulenken, sollte dies leider nicht allzu oft gelingen. Einmal in der Lieblingsdiskussion gestrandet, konnten sich nur wenige Herren ihr wieder entziehen.

Jetzt, nachdem wir unsere Reise alle (hoffentlich) glücklich beendet haben, unsere Köpfe mit nun deutlich mehr Informationen gefüllt sind, wir jetzt doch ansatzweise verstehen, was in der Welt der Wirtschaft und Politik vor sich geht und wir tatsächlich die Vorzüge des (fast) täglichen Zeitungslesens und Nachrichtensehens kennen und schätzen gelernt haben, ist es Zeit, sich einmal bei unserer Reiseleiterin Frau Kreiner zu bedanken. Zahllose Male hat sie versucht, uns zu motivieren, uns mit scheinbar unaufhörlicher Geduld Sachverhalte immer und immer wieder erläutert und uns dazu animiert, das Gelesene und Gehörte kritisch zu betrachten. Auch wenn wir manchmal fürchterlich müde und langsam waren, wir unsere Hausaufgaben doch eher sporadisch erledigten, hat es uns allen viel Freude gemacht. Wir würden diese Reise sicherlich wieder wählen.

Verena Voß

 
 
 

Diese Seite wurde zuletzt am 01.08.2005 12:22 aktualisiert.
Rechtliche Hinweise