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Kursbericht: Deutsch Leistungskurs bei Frau Dr. Radmehr

Prolog in der 11. Klasse:

Schüler 1: "Ich gehe in den Deutsch Lk bei Frau Dr. Radmehr!"
Schüler 2: "Die nächsten beiden Jahre strenge ich mich so richtig an!"
Schüler 3: "Ich lese jedes Buch ganz sorgfältig und vorm ABI dann noch mal!"

Nach 4 Monaten in der 12. Klasse:

Schüler 1: "Boa ist Don Carlos kompliziert!"
Schüler 3: "Don Carlos? Haben wir das gelesen?"
Schüler 2: "Ja!"
Schüler 3: "Oh! Ich nicht!"

Bedauerlicher Weise ist dieses kurze Trauerspiel nicht ganz so realitätsfern, wie Frau Radmehr es sich manchmal gewünscht hätte.

Am Anfang waren wir ein großer, motivierter Haufen! Zu groß für unseren kleinen Raum, sodass wir uns auf Eigeninitiative unserer Tutorin kurzerhand (nach 3 Monaten) in einen anderen Raum umzogen. Trotz Frau Radmehrs interessantem und (sofern es das Fach "Deutsch" eben zulässt) auch abwechslungsreichem Unterricht sahen sich schon bald einige Schüler in die Lerndisziplin der Mittelstufe versetzt.

Neben unzähligen nicht geschriebenen Interpretationen ("Ähh, also ich hab jetzt nur Stichpunkte gemacht.") und originellen Ausreden wie: "Ich habe mein Heft daheim vergessen!" oder: "Meine Hausaufgaben haben Hund, Katze, Freund aufgefressen!" gab es auch einige Lichtblicke: Manche engagierte Mitschüler wussten immer noch ,was hinzu zu fügen. Wiederum andere gaben sich endlosen Diskussionen über Interpretationsansätze mit Frau Radmehr hin, um dann nach einer Doppelstunde festzustellen, dass die vermeidlich gespaltenen Lager doch einer Meinung waren.

Auf jeden Fall haben wir viel gelernt. Wer kennt nicht das moderne Werk "Faust - Das Leben der Effi Briest" von Georg Büchner oder "Das Leben der Iphigenie nach Sonnenaufgang" von Patrick Hesse, welche die psychosoziale Komponente und die substanzielle Struktur ihrer tieferen Motivation im Spätwerk von Franz Kafka erörtern!

Mit diesem Wissen ausgestattet waren wir nun bereit für eine Reise zum geistigen Olymp der künstlerischen Ästhetik.Und so führte uns unsere Kursfahrt ins Hofbräu-Haus nach München! Dort offenbarte uns Frau Radmehr ihr Feingespür für die dortigen kulturellen Gepflogenheiten und bestellte sich mit einer Mitschülerin eine Weinschorle während andere sich im "Wabentrinken" übten. Tagsüber durften wir dank Eva Reifert, einer Abiturientin des Jahres 2001 drei sehr interessante Führungen durch die Alte-, die neue Pinakothek, sowie die Pinakothek der Moderne erleben. Sie half uns Kunstwerke zu entdecken, die uns sonst verborgen geblieben wären. ("Wieso ist denn da ein Seil quer durch den Raum gespannt?") Vielen Dank an dieser Stelle!

Auch mit von der Partie war Monika Gazea, die Frau Radmehr seelische Unterstützung leistete, damit sie unseren jugendlichen Übermut weitestgehend unbeschadet verkraften konnte!

Grundsätzlich ist eine Kursfahrt ja dazu da, dass sich die Kursteilnehmer besser kennen lernen und die Gruppendynamik gesteigert wird. Tatsächlich wurde dieses pädagogisch wertvolle Ziel erreicht, denn plötzlich hießen laut unseres Gastwirts alle Mädchen "Maria" und alle Jungs (die Beiden) "Luca"! Das Wissen von detaillierten Einzelheiten der Abende sollte den Kursteilnehmern vorbehalten bleiben, nur soviel: Wir hatten viel Spaß für wenig Geld! Wenn also jemand neugierig geworden ist und keine Scheu davor hat sein Bett mit Kellerasseln zu teilen und gerne Bierflaschen in Badewanne, Fernseher und unter der Bettmatratze sucht und findet, oder eine Vorliebe für gebrauchte Unterhosen unter der Kommode hat, sollte ins Hotel Orly nach München fahren. Aber Vorsicht! Im Katalog der Deutschen Bahn ist diese prachtvolle Gastronomie leider nicht mehr zu finden. Dies ist unserer tapferen Tutorin zu verdanken, die sich mit Wort und Verstand in "verteufelt humaner" Weise gegen waltendes Unrecht durchgesetzt hat! Auf jeden Fall hatten wir eine unvergesslich schöne Kursfahrt, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird!

Prolog zweiter Teil der Tragödie:

Schüler 1: "Ok, Klasse 12 ist blöd gelaufen. Aber jetzt in der 13..!"
Schüler 2: "Sollten wir nicht irgendwas lesen in den Ferien?"
Schüler 3: "Ja, Faust oder so was!"
Schüler 1+2: "Verdammt!"

Das Jahr startete wie es aufgehört hatte. Nach einer kurzen liebevollen Ansprache von Frau Radmehr, die uns viel Glück für das nahende Abitur wünschte, kam die Ernüchterung. "Faust über die Ferien??? Macht nichts, schaff ich auch bis Donnerstag!" Kurz gesagt, die 13. verlief ähnlich wie die zwölf! Bis uns dann im März völlig unerwartet das Abitur überrumpelte. Doch auch dieses Ereignis haben wir überlebt, denn Frau Radmehr hat versucht uns mit Schoko-Glückskäfern vor dem Abgrund zu bewahren. So ist das Ende des Witzes einer Mitschülerin, der seinen Anfang in der 12. Klasse nahm, nämlich der von Maria, Maria-Maria-Maria-Maria-Maria-Maria-Maria-Maria-Maria-Maria-Maria-Maria-Maria-Maria-Maria-Maria und Luca-Luca-Luca-Luca, dass alle auf der anderen Seite des Abgrunds angekommen sind. Und warum sind alle auf der anderen Seite des unüberwindbaren Abgrunds angekommen??? Natürlich wegen den einleuchtenden und klar strukturierten Radmehr'schen Tafelbildern! "Hoallejulia soag i!"

Liebe Frau Radmehr,

vielen Dank für die schönen zwei Jahre und dafür, dass wir bei Ihnen sehr viel mehr gelernt haben, als das was im Lehrplan steht!

Ihr Deutsch-Lk

Wörter: 769!
Fehlerindex: Sehr hoch!
Punkteabzug: Sehr viele!

Carola Dahmen, Verena Thumser

 
 
 

Diese Seite wurde zuletzt am 01.08.2005 12:22 aktualisiert.
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