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Kursbericht: Chemie Grundkurs bei Herrn Wiedemann

Was heißt noch mal 2-molar???

".und aufgrund der positiven induktiven Effekte der sp3-Hybridisierung und der geringen Bindungsdissoziationsenergie."

So oder so ähnlich konfrontierte Herr Wiedemann die zehn ahnungslosen Grundkurs-Chemiker. Für die meisten wurde daher schon in den ersten Wochen deutlich, dass es in diesem Kurs darum ging, den Belegungspunkt zu ergattern. Wie ein Professor schmiss Herr Wiedemann mit Formeln um sich, die keiner der Schüler kannte, geschweige denn, je davon gehört hatte. Für ihn war ein fundiertes Grundwissen selbstverständlich, sodass glücklicherweise meist keine Nachforschungen von Seiten des Profs angestellt wurden. In den Klausuren wurden die z.T. signifikanten Wissenslücken allerdings deutlich, was häufig zu fatalen Notenspiegeln führte. Auch die Auswertung der Experimente erwies sich als heikel. Was beim Experimentieren brodelte und in allen Farben leuchtete, war später unerklärbar. Woher sollte man auch wissen, welche Substanz reagiert hatte und vor allem wie??? Fragen, die einem das Internet beantworten konnte. Wenn man diese Recherche nicht anstellte, kam es meist zu einer Tragödie, die in totaler Verzweiflung des Profs und des betreffenden Schülers endete. Nicht selten gab der Prof dann einen Vortrag über die Arbeitshaltung in der Oberstufe zum Besten, bis einer der Schüler eine passende "Überleitung" zu einem anderen Thema fand.

So wählten bis zur 13I 60% der Schüler Chemie ab. Für die 4 Übriggebliebenen stellte die 7. und 8. Stunde am Freitag eine besondere Herausforderung dar (die Wahrscheinlichkeit, dass man drangenommen wurde, war ja nun ¼!!!). Oft unterhielt uns ein anderer Prof aus dem Bayrischen Telekolleg, jedoch nicht mit seinem chemischen Fachwissen, sondern eher mit seinem Kleidungsstil und den atemberaubenden Animationen, mit denen er seine Formeln erscheinen ließ. Hatte der Mann vom Telekolleg mal keine Zeit, dann hieß es experimentieren. Zum Warmwerden bewaffneten sich die Schüler mit praktischen Spritzflaschen, gefüllt mit destilliertem Wasser, und starteten eine kleine Wasserschlacht. Beliebt waren auch die Seifenblasen, die leider Frau Kleffmann gehörten und mit denen wir deshalb immer sehr sparsam umgehen mussten. Nach einigem Hantieren mit Bunsenbrenner, Reagenzgläsern, Pipetten und allen möglichen Flüssigkeiten stand der Versuch dann zur Auswertung bereit. Meistens jedenfalls, wenn da nicht ein gewisser Schüler wäre, der die Begabung hatte, die Substanz kurz vor der Vollendung des Experiments mit einem Abfallprodukt zu verwechseln und in die organischen Abfälle zu schütten.

Prof. Wiedemann verführte uns, an dubiosen Reagenzien zu riechen, die seiner Meinung nach "total ungefährlich" waren. Im Chemiebuch konnte man dann nachlesen, welche Schädigungen die Verbindungen hervorrufen konnten. Das führte zu einem gewissen Misstrauen, wodurch sich einige Kursteilnehmer hartnäckig weigerten, mit solchen Substanzen in Berührung zu kommen. Für Prof. Wiedemann unverständlich, dies lag wohl daran, dass er seine Nase schon im Studium an einer Brise purem Ammoniak abgehärtet hatte und somit unempfindlich gegen Schwefel, Phenol und Co. war.

Eine richtig ernste Stimmung wollte bei uns im Kurs nie richtig aufkommen, was wohl daran lag, dass wir den Kurs freiwillig belegten und Wissenslücken mit Humor abgetan wurden. Aber Prof. Wiedemanns sympathische und lustige Art führte uns immer wieder zur Chemie zurück. Unser Prof freute sich, dass er den Kurs weiterhin unterrichten konnte, sonst hätte er Statt- Stunden halten oder gar eine Unterstufenklasse übernehmen müssen. Wir freuten uns, dass wir uns so frei in den Chemie-Räumen bewegen und eine Reihe interessanter Experimente durchführen durften. So lernten wir dank Prof. Wiedemanns sachlichen und kompetenten Unterrichts vor allem in der 13 sehr viel.

 
 
 

Diese Seite wurde zuletzt am 01.08.2005 12:22 aktualisiert.
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