logo
 
news
actors
movies
locations
shots
community
dates
media
guests
links

Kursbericht: Biologie Grundkurs bei Herrn Schmitt-Gehrke

Beschreibung der Schmitt-Gehrk'schen Nervenzelle

Die Nervenzelle des Biologiegrundkurses von Herrn Schmitt-Gehrke, die von der 12.I. bis zur 13.II. am Ökosystem des Mosbacher Bergs teilgenommen hat und dann verstarb, bestand grob beschrieben aus einem Zellkörper, nennen wir ihn kurz Schmitt-Gehrke, und Nervenbahnen, die in der biologischen Fachsprache auch als "Schüler" bezeichnet werden.

Um eine Informationsübertragung vom Zellkörper zu den Nervenbahnen zu gewährleisten, ist ein Ruhepotenzial in den Nervenbahnen dringend erforderlich. Grundsätzlich war das Ruhepotenzial in den Nervenzellen des Biologiegrundkurses von Herrn Schmitt-Gehrke durchaus vorhanden, es wurde jedoch zum Teil durch destruktive Potenziale und Energien, die von einigen Nervenbahnen verursacht wurden, gestört, sodass eine problemlose Informationsübertragung zyklisch nicht möglich war. Bei der Informationsübertragung entsteht im Neuriten (= eine Nervenbahn) ein Aktionspotenzial, dass sich bei höher entwickelten Nervenzellen, man könnte sie auch Bio-Lks nennen, saltatorisch ausbreitet. Um eine saltatorische Erregungsleitung durchführen zu können, ist die Umhüllung der Nervenbahnen mit der Myelinschicht nötig (im Fachbiologischen spricht man auch von der Kenntnis und dem Interesse der Schüler). Bei einem Nicht-Vorhanden-Sein der umhüllenden Myelinschicht geht die Informationsübertragung deutlich langsamer von statten. In der zu beschreibenden Schmitt-Gehrk'schen Nervenzelle war eine Myelinschicht in langen Abschnitten nicht vorzufinden. Dadurch lief die Informationsübertragung vom Zellkörper zu den Nervenbahnen deutlich verlangsamt ab. Um eine Informationsübertragung ablaufen zu lassen, ist jedoch auch die Axonschwelle (Motivation, Fachkenntnis, Lehrmittel) des Zellkörpers bedeutend. So bleiben Informationen bei einer zu hoch gewählten Axonschwelle den Nervenbahnen vorenthalten. (Hier können bei den biologisch ungebildeteten Menschen Verwirrungen auftreten: So ist mit einer hohen Axonschwelle die richtungsverkehrt wirkende Motivation des Zellkörpers gemeint.)

Auch wurden Informationsabläufe durch das pädagogische Eingreifen des Zellkörpers gestört. Indem die Durchlässigkeit der semi-permeablen Membran der Schmitt-Gehrk'schen Nervenzelle verändert wurde, hatten die Nervenbahnen an manchen Tagen nach einer bestimmten abgelaufenen Zeit (einige Sekunden nach dem Beginn der Stunde) keine Möglichkeit mehr, in die Nervenzelle einzudringen und sich in die restlichen Nervenbahnen einzugliedern. Diese pädagogischen Maßnahmen hatten jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf die pünktliche Eingliederung der Nervenbahnen in die Nervenzelle.

Waren in der Schmitt-Gehrk'schen Nervenzelle scheinbar Informationen erfolgreich vom Zellkörper über die Nervenbahnen weiter geleitet worden, wurden sie an den Synapsen, den vierteljährigen Klausuren, auf den Prüfstand gestellt. Hier mussten nun die einzelnen Mitglieder der Nervenbahn die Informationen völlig auf sich allein gestellt weiterleiten, mit dem Ziel, die Informationen vollständig an den Zellkörper zu senden. Hier machten die Nervenbahnen die Erfahrung, dass es sowohl inhibitorische(hemmende) wie auch excitatorische(erregende) Synapsen gibt. So hatten die excitatorischen Synapsen deutlich größeren Erfolg bei der Informationsübertragung als die inhibitorischen.

Die Informationen der Schmitt-Gehrk'schen Nervenzelle hatten biologisch gesehen ungewöhnliche Inhalte. Bekanntlich betrifft die Informationsübertragung der Nervenzellen in großen Teilen den Bewegungsapparat des Organismus. Die Schmitt-Gehrk'sche Nervenzelle übertrug jedoch vor allem Informationen, die die biologischen Fachgebiete der Genetik, Ökologie, Nervenphysiologie und Evolution betrafen. Einige Nervenbahnen waren anhand dieser Informationen eher unmotiviert eine Informationsübertragung ablaufen zu lassen, waren sie doch von demselben Zellkörper Informationen gewohnt, die das Stammhirn des Beachvolleyballs oder den jährlichen Neroberg-Triathlon ansprachen. Bei der Weiterleitung von Ökologie und Evolution überraschte der Zellkörper mit immer neuen Übertragungsmöglichkeiten (Folien, Dias, Filmen, etc.). Dies führte zu einer räumlichen Verlegung der Nervenzelle in ihrem Endstadium in einen benachbarten Raum, wo eine unkomplizierter Videowiedergabe möglich war. Die Nervenbahnen wurden in die Geheimnisse ihrer eigenen Funktion und in die ihrer Umwelt eingeführt. Auf dem Weg der Nervenzelle zu ihrer Auflösung begleiteten sie das Operon-Modell, der Putzlippfisch, das sexuelle Verhalten der Berberaffen und das der teilnehmenden Nervenbahnen, der Schwänzeltanz der Honigbiene, das seltsame Verhalten der Jungvögel nach der Paarungszeit, die Chromosomenzahl des Maultiers und der Archaeopteryx.

Trotz der Bemühungen des Zellkörpers um Zusammenhalt im Nervensystem, gelang es einigen Nervenbahnen, die Nervenzelle frühzeitig zu verlassen, was zu weniger konstruktiven Aktionspotenzialen der Nervenbahnen führte.

Obwohl es einige sprachliche Schwierigkeiten zu überwinden galt, so ist der Sinn der Information "Bratkartoffel" unentschlüsselt geblieben, hat im gesamten Nervensystem die Informationsübertragung insofern funktioniert, dass die Nervenzelle bis zum Ende der 13. Klasse intakt blieb.

Vielen Dank für die lustigen und interessanten Stunden! Ihr Bio-Gk.

Carola Dahmen

 
 
 

Diese Seite wurde zuletzt am 01.08.2005 12:22 aktualisiert.
Rechtliche Hinweise