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Locations: Borkum Kursfahrt des Biologie Leistungskurs von Frau Kleffmann-Meyer

Survival of the fittest oder "Ich bin auf Borkum- holt mich hier raus!!!"

Eines schönen Julitages im Jahre 2004 trafen sich im Morgengrauen 16 mutige Schüler/innen und ihre zweiköpfige Leitung, um den langen (12Std.!!!) Weg zu ihrem Ziel auf sich zu nehmen. Die Handlungsbereitschaft war groß, da Sonne, Strand und Meer sowie eine Beachparty erwartet wurden. Eine Kursteilnehmerin hatte wohl eine leise Vorahnung, weshalb sie verschlief und den Zug verpasste. In Frankfurt stieg sie jedoch zu, was ihr ermöglichte, die natürliche Selektion unseres Kurses mitzuerleben. Die erste Desillusionierung fand mit Erreichen der Nordsee statt. Wir ahnten, dass der Spruch "Es regnet Meer" uns die Woche über begleiten würde. Es setzten Halluzinationen ein, ein Kursteilnehmer dachte, er sei eine Möwe. Eine andere Teilnehmerin schlief schlecht und flog von der Bank auf den Schiffsboden.
Die erste Selektion fand auf dem 1- Kilometer Marsch zur Jugendherberge statt. Dort angekommen, wurden die Schüler/innen auf ihre Anpassungsfähigkeit getestet, da die DJH  an ein Gefangenenlager erinnerte (es handelte sich um eine ehemalige Militärkaserne). Die Zimmer waren entsprechend militärisch komfortabel eingerichtet, aber nicht sauber (sollten wir das Klo wirklich selber putzen?) und schon gar nicht schalldicht...

Ein Teil des Kurses  fiel in eine komatöse Depression: es gab keine Hilfe. Der andere Teil verfiel dem Aktionismus (Am Freitag geht was!!!) und landete in der Dorfdisse "Der Inselkeller", wo eine Beachparty stattfand. Veraltete Sommerhits erinnerten an Kindertage und nach Einnahme von bewusstseinsverändernden Drogen konnte man mitsingen und sogar auf dem Podest tanzen. Da der letzte Bus um 22.30 Uhr fuhr, gingen wir, bevor es richtig anfing: Draußen war es noch hell... Aufgrund dieser Ernüchterung luden wir uns selbst auf eine echte Borkumer Party ein. Als wir uns nach kurzem Aufenthalt (warum ging das Licht auf einmal aus???) dezent entfernen wollten, kam es zu einer Räuber- Beute Beziehung zwischen alkoholisierten Borkumern und uns. Dies führte zu einer Verfolgungsjagd zur DJH, bei der Bierflaschen als Waffen gebraucht wurden. Todesängste wurden durch Gruppenkuscheln kompensiert.
Am nächsten Tag wurden wir vom Fahrradverleiher gewarnt, dass Borkum ein gefährliches Pflaster sei: Auf vier Einwohner kommt ein Polizist!!!
Mit den neu erworbenen Fahrrädern machten wir uns auf den Weg, die Insel zu erkunden. Die Handlungsbereitschaft sank, da Regen und Wind gegen uns waren. So suchten wir Schutz in einer ostfriesischen Landgaststätte, die uns nicht nur mit Tee versorgte, sondern auch half, uns trockenzulegen. Frau Pilz zeigte Hausfrauenqualitäten, indem sie ihre Hose auszog, um sie
trockenzubügeln. Leider "regnete es Meer", wodurch die Trocknungsaktion sinnlos war. Aus lauter Verzweiflung entstand grenzenloser Optimismus, der sich in  Ständchen wie "Oh happy day" äußerte und in einer feuchtfröhlichen Zimmerparty der Mädels und eines Männchens endete. (Videos hierzu bei Frau Kleffmann erhältlich)

Am nächsten Tag holte uns die Biologie wieder ein, es folgte eine Wattwanderung mit der "Tüte"= Borkumer Wattführer, der wirklich rohe lebende Muscheln futtert!! Von Schwefelgeruch und Matsch umgeben, bestaunten wir Würmer und allerlei Kriechtiere.
Um uns vom miserablen Wetter abzulenken, motivierte Frau Kleffmann- Meyer die Mädels zu einem Beckenbodentraining. Wir sahen, wie gelenkig wir waren (nämlich gar nicht), und erfuhren, dass sich Schamlippen hochziehen lassen. Abends kam man sich in geselliger Runde näher: Peinliche Tiermordgeständnisse, allgemeine Weisheiten (Walhoden sind gut für die Potenz!) und andere Gesprächsthemen (der Verehrer von Frau Pilz) sorgten für Unterhaltung und nach ein paar Feiglingen kochte die Stimmung fast über. Sie war sogar so gut, dass eine männliche Person vor Euphorie gegen eine  Brücke lief und eine deutlich sichtbare Beule davontrug.

Die Gruppe war aufgrund der traumatischen Erlebnisse einigermaßen gewillt dem Programm unserer mittlerweile teils demotivierten, teils überschwänglichen Leitung zu folgen. Wir unternahmen zahlreiche Ausflüge, die uns die Flora, Fauna und auch Reptilien näher brachten. Das wohnzimmergroße Nordseeaquarium beeindruckte nur durch seine
Größe.

Um die letzte Hoffnung auf einen Sommerurlaub nicht aufgeben zu müssen, entschieden sich zwei Teilnehmer zu einem Bad in der 8°C warmen Nordsee. Da es draußen regnete und ca. 12°C warm war, erschien das Wasser gar nicht so kalt...
Während es für einige in der DJH nicht mal ein wohlverdientes Bier gab, deckten sich die anderen an einem Kiosk ein, was zu weiteren Zimmerparties führte. Da ein großer Teil der Gruppe aus liierten Mädchen bestand, endeten diese aber in männerdiskriminierenden Depressionen und Weinorgien. Daraufhin besuchten wir eine Singleparty im "Inselkeller", bei
der unglücklicherweise außer uns kaum jemand anwesend war.

Einen Möwenangriff, eine Kutterfahrt mit Robbenbeobachtung und ein Feuerschiff später war unsere Gruppe bereit und hoch motiviert Borkum zu verlassen. Bei der Abreise kam unser "Kleines Genie" darauf, Essigsäure im Flur zu verschütten, um unsere Nachbarn zu verärgern, die das mit der Nachtruhe nicht so genau genommen hatten. So mussten wir doch noch unter Tränen packen...
Ansonsten gelangten wir wieder unbeschadet nach Hause, um zutiefst glücklich festzustellen, dass die Partystadt Wiesbaden doch schön ist.

Zuletzt möchten wir uns noch bei Frau Pilz und Frau Kleffmann- Meyer bedanken, die uns trotz etlicher Schwierigkeiten immer wieder motivierten und die Kursfahrt in jedem Fall zu einer erlebnisreichen und unvergesslichen Woche machten!!!
 

Diese Seite wurde zuletzt am 01.08.2005 12:22 aktualisiert.
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